Elektroautos laden entweder mit Wechselstrom (AC) oder mit Gleichstrom (DC). Der Unterschied entscheidet darüber, wie schnell das Laden geht, welcher Stecker passt und was eine Kilowattstunde kostet. Dieser Ratgeber erklärt, wo der Strom umgewandelt wird, warum zu Hause fast immer eine AC-Wallbox genügt und wann eine DC-Wallbox fürs Eigenheim überhaupt infrage kommt. Alle Zahlen stammen vom ADAC, der Verbraucherzentrale und dem BDEW.
- AC an der Wallbox
- bis 22 kW
- 400 V, 32 A, ADAC
- Bordlader üblich
- 11 kW
- 22 kW oft gegen Aufpreis, ADAC
- DC-Schnelllader (HPC)
- 150–400 kW
- ADAC-Glossar
- Verluste DC-Laden
- 5–15 %
- ADAC 2026
- Verluste Wallbox
- 5,1–7,0 %
- ADAC 2026
- Strompreis DC unterwegs
- ca. 60 ct/kWh
- Verbraucherzentrale
Der Unterschied: Wo der Strom umgewandelt wird
Die Antriebsbatterie eines Elektroautos arbeitet mit Gleichspannung, das Stromnetz liefert Wechselstrom. Irgendwo muss also umgewandelt werden, und genau darin unterscheiden sich die beiden Ladearten:
- AC-Laden: Wallbox oder Ladesäule reichen den Wechselstrom durch. Das Bordladegerät im Auto, auch On-Board Charger (OBC) genannt, wandelt ihn laut ADAC in Gleichstrom für die Batterie um.
- DC-Laden: Laut ADAC findet die Umwandlung von Netzstrom in Gleichstrom in der Ladesäule statt. Der Bordlader wird umgangen, deshalb sind deutlich höhere Leistungen möglich.
| Merkmal | AC-Laden | DC-Laden |
|---|---|---|
| Umwandlung | Bordlader im Auto | In der Ladestation |
| Stecker in Europa | Typ 2 | CCS (Combo 2) |
| Leistung | einphasig bis 4,6 kW, dreiphasig bis 22 kW an der Wallbox | an Schnellladern meist 150–350 kW (CCS) |
| Verlauf der Ladeleistung | im Regelfall gleichbleibend, erst kurz vor Ende reduziert | abhängig von Ladezustand und Temperatur der Batterie |
| Typischer Ort | zu Hause, Arbeitsplatz, AC-Ladesäulen | Schnellladeparks, Autobahn |
Die Werte für Leistung, Stecker und Ladeverlauf stammen aus dem ADAC-Glossar zur Elektromobilität. Laut ADAC sind in Europa „der Typ-2-Stecker für das AC-Laden und der CCS-Stecker für das DC-Laden Standard“. Beim CCS-Stecker wurde der Typ-2-Stecker um zwei zusätzliche Kontakte für Gleichstrom erweitert. Ein Auto mit CCS-Dose lädt deshalb an beiden Ladearten.
AC-Laden: Der Bordlader setzt die Grenze
Wie viel Leistung ein Auto an der Wallbox aufnimmt, bestimmt der Bordlader. Laut ADAC kann ein 11-kW-Bordlader auf drei Phasen mit je 16 Ampere laden, ein 3,7-kW-Bordlader nutzt nur eine Phase mit 16 Ampere. „11 kW haben sich weitgehend als Standard etabliert, einige Fahrzeuge bieten 22 kW oft gegen Aufpreis an.“ Mehr als 22 kW (400 V, 32 A) sind an einer Wallbox laut ADAC nicht möglich. AC-Laden mit 43 kW ist laut ADAC seit dem Produktionsende der ersten Renault Zoe Geschichte.
Alle Wallboxen in unserer Datenbank laden mit Wechselstrom, mit maximal 11 oder 22 kW. Ob sich für Sie 22 kW lohnen, hängt am Bordlader Ihres Autos. Die Rechnung dazu steht im Ratgeber 11 oder 22 kW?, Ihre eigene Ladezeit ermitteln Sie mit dem Ladezeit-Rechner.
Für den Alltag reicht AC meist aus: Eine 11-kW-Wallbox lädt laut unserer Beispielrechnung 40 kWh in rund 3 Stunden 53 Minuten nach (mit 7 % Ladeverlust). Das passt problemlos in eine Nacht.
DC-Laden: Schnell, aber unterwegs teurer
Gesetzlich gilt laut ADAC jedes Laden mit mehr als 22 kW als Schnellladen. In der Praxis spricht man davon erst bei Gleichstrom mit mehr als 50 kW. High Power Charger (HPC) bieten laut ADAC 150 bis 400 kW. Wie viel davon ankommt, entscheidet das Auto: Die DC-Ladeleistung sinkt mit steigendem Ladestand, und auch die Akkutemperatur spielt eine Rolle.
Auch beim DC-Laden geht Energie verloren. Der ADAC hat 2026 vier Fahrzeuge gemessen: „Die Umwandlungsverluste in der Schnellladesäule betrugen durchschnittlich 3 Prozent.“ Dazu kamen 2 bis 8 Prozent für das Heizen der Batterie. Insgesamt lagen die Verluste beim DC-Laden zwischen 5 und 15 Prozent. An der Wallbox hat der ADAC 5,1 bis 7,0 Prozent gemessen.
Entscheidend ist der Preis. Zu Hause kostete Haushaltsstrom laut BDEW im Oktober 2026 im Schnitt 37,3 ct/kWh. Unterwegs nennt die Verbraucherzentrale rund 52 ct/kWh an AC-Ladesäulen und rund 60 ct/kWh an DC-Schnellladern (Durchschnittspreise, Stand März 2026). Der ADAC fasst zusammen: „Die höheren Stromkosten beim öffentlichen DC-Laden können durch die Effizienzvorteile nicht aufgefangen werden.“
Beispiel: 40 kWh sollen in den Akku. An der Wallbox werden mit 7 % Ladeverlust 42,8 kWh bezogen. Für das öffentliche Laden rechnen wir vereinfacht mit derselben Energiemenge.
| Ladeort | Preis je kWh | Kosten für 42,8 kWh |
|---|---|---|
| Wallbox zu Hause | 37,3 ct | ca. 15,96 € |
| Öffentliche AC-Ladesäule | ca. 52 ct | ca. 22,26 € |
| DC-Schnelllader | ca. 60 ct | ca. 25,68 € |
Ihren eigenen Tarif setzen Sie im Ladekosten-Rechner ein.
DC-Wallbox zu Hause: Wann sie infrage kommt
Eine DC-Wallbox übernimmt die Umwandlung selbst und ist laut ADAC unabhängig vom Bordlader des Autos. Die Nachteile nennt der ADAC ebenfalls: höhere Anschaffungskosten und ein größeres Gehäuse. Für DC-Laden braucht das Auto einen CCS-Anschluss.
Angeboten werden DC-Geräte fürs Eigenheim derzeit vor allem für das bidirektionale Laden, bei dem das Auto Strom ans Haus zurückgibt. Der ADAC listet im Juni 2026 unter anderem die BMW Wallbox Professional (DC, 11 kW, ab 2.095 Euro brutto, nur für Fahrzeuge der Neuen Klasse von BMW) und die Ambibox ambiCHARGE (DC, 11 kW, ab 2.995 Euro netto). Zum Vergleich: Die Herstellerpreise der AC-Wallboxen in unserer Datenbank reichen, soweit angegeben, von 535 Euro beim Tesla Wall Connector (Gen 3) bis 2.099 Euro bei der openWB Pro 22 kW.
Schneller lädt eine DC-Wallbox mit 11 kW nicht: Bei gleicher Leistung dauert das Laden so lange wie an einer 11-kW-AC-Wallbox mit passendem Bordlader. Sinnvoll ist DC zu Hause daher vor allem, wenn Sie das Auto als Stromspeicher fürs Haus nutzen möchten. Wie weit das in Deutschland ist, erklärt der Ratgeber Bidirektionales Laden. Auch eine DC-Wallbox ist eine Ladeeinrichtung im Sinne der NAV und muss beim Netzbetreiber angemeldet werden, siehe Wallbox anmelden.
Entscheidungshilfe
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Auto steht nachts mehrere Stunden zu Hause | AC-Wallbox mit 11 kW |
| Auto lädt AC mit 22 kW, kurze Standzeiten | AC-Wallbox mit 22 kW, Zustimmung des Netzbetreibers nötig |
| Langstrecke und Urlaubsfahrten | Öffentliches DC-Schnellladen unterwegs |
| Laden mit Solarstrom | AC-Wallbox mit Phasenumschaltung, siehe PV-Überschussladen |
| Auto soll das Haus mit Strom versorgen | Freigegebene bidirektionale DC-Lösung prüfen |
| Kein eigener Stellplatz | Öffentliches AC- und DC-Laden kombinieren |
Für AC-Laden zu Hause spricht
- Haushaltsstrom deutlich günstiger als Schnellladen
- Wallboxen ab rund 535 Euro UVP in unserer Datenbank
- Gleichbleibende Ladeleistung, über Nacht ausreichend
- Steuerbar für PV-Überschuss und § 14a EnWG
Für DC-Laden spricht
- Sehr hohe Leistung für kurze Ladestopps
- Unabhängig vom Bordlader des Autos
- Grundlage für bidirektionale Wallboxen mit Hausversorgung
Passende Wallboxen finden
Eine Übersicht der AC-Modelle finden Sie im Wallbox-Test, getrennt nach 11-kW-Wallboxen und 22-kW-Wallboxen. Wenn Sie mehrere Kriterien kombinieren möchten, hilft der Wallbox-Finder.
Unsere Einordnung
Für das Laden zu Hause ist eine AC-Wallbox die richtige Wahl: Sie ist günstig, lädt über Nacht mehr als genug nach und nutzt den deutlich billigeren Haushaltsstrom. DC-Laden spielt seine Stärke unterwegs aus, kostet dort aber laut Verbraucherzentrale rund 60 ct/kWh. Eine DC-Wallbox fürs Eigenheim lohnt sich bisher nur, wenn Sie bidirektional laden möchten und Auto und Wallbox dafür freigegeben sind. Stand der Angaben: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen AC- und DC-Laden?
Beim AC-Laden wandelt der Bordlader im Auto den Wechselstrom aus dem Netz in Gleichstrom für die Batterie um. Beim DC-Laden findet die Umwandlung laut ADAC in der Ladesäule statt, der Bordlader wird umgangen. Deshalb sind an DC-Schnellladern 150 bis 400 kW möglich, an einer AC-Wallbox höchstens 22 kW.
Warum lädt mein Auto an einer 22-kW-Ladesäule nur mit 11 kW?
Beim AC-Laden begrenzt der Bordlader die Leistung. Laut ADAC haben sich 11 kW weitgehend als Standard etabliert, 22 kW bieten einige Fahrzeuge oft gegen Aufpreis an. Mit einem 11-kW-Bordlader lädt das Auto auch an einer 22-kW-Wallbox oder AC-Ladesäule mit höchstens 11 kW.
Welcher Stecker ist für AC und welcher für DC?
In Europa ist laut ADAC der Typ-2-Stecker Standard für das AC-Laden und der CCS-Stecker für das DC-Laden. CCS erweitert den Typ-2-Stecker um zwei Kontakte für Gleichstrom, deshalb lädt ein Auto mit CCS-Dose an beiden Ladearten.
Lohnt sich eine DC-Wallbox für zu Hause?
Für das normale Laden meist nicht: Eine DC-Wallbox mit 11 kW lädt nicht schneller als eine 11-kW-AC-Wallbox mit passendem Bordlader, kostet aber deutlich mehr. Laut ADAC werden DC-Geräte fürs Eigenheim vor allem für das bidirektionale Laden angeboten, etwa die BMW Wallbox Professional ab 2.095 Euro brutto.
Quellen (Stand der Angaben: 29.10.2026)
- Behörde / InstitutionADAC – Glossar: Elektromobilität von A bis Z einfach erklärtabgerufen am 29.10.2026
- Behörde / InstitutionADAC – Steckertypen und Ladekabel: Was passt für Ihr Elektroauto?abgerufen am 29.10.2026
- Behörde / InstitutionADAC – Ladeverluste beim Elektroauto: Wie hoch sind sie wirklich?abgerufen am 28.10.2026
- Behörde / InstitutionADAC – Bidirektionale Wallbox: Welche Modelle es gibt und was sie können (Stand 26.06.2026)abgerufen am 29.10.2026
- Behörde / InstitutionVerbraucherzentrale – Elektroauto: Worauf Sie beim unterwegs Laden achten solltenabgerufen am 28.10.2026
- Behörde / InstitutionBDEW-Strompreisanalyse Oktober 2026abgerufen am 28.10.2026
- Behörde / InstitutionNiederspannungsanschlussverordnung (NAV) § 19abgerufen am 28.10.2026
Verfasst von
WallboxGuide RedaktionDie Redaktion pflegt die Produktdatenbank, wertet Herstellerangaben aus und schreibt Kaufberatungen und Ratgeber. Bewertungen entstehen nach der öffentlich dokumentierten Methodik.
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